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DHPV Allgemein

Stichwort Deutscher Hospiz- und PalliativVerband:

  • Dachorganisation und Interessenvertretung von 1.310 ambulanten Hospizinitiativen und cirka 200 stationären Hospizen und Palliativstationen in Deutschland sowie der Landesarbeitsgemeinschaften Hospiz in den 16 Bundesländern

  • Fachverband für die Qualifizierung von Ehrenamtlichen, Pflegepersonal und Medizinern

  • Träger und Förder von Forschungsprojekten im Bereich der Hospizarbeit, Palliativmedizin, Thanatologie, Sterbe- und Trauerbegleitung

  • Herausgeber von Fachliteratur und Fachzeitschriften im hospizverlag

  • Kooperationspartner von Wohlfahrtsverbänden, Krankenkassen und Gesetzgeber bei Erarbeitung und Umsetzung gesetzlicher Bestimmungen und Richtlinien

  • Ansprechpartner für rund 80.000 Ehrenamtliche in der Hospizbewegung

  • Initiator für die Entwicklung eines Handbuches zum Qualitätsmanagement in Hospizen und Palliativstationen

  • Kommunikationsplattform für die Hospizbewegung in Deutschland

  • Koordinationsstelle für Beratung und Bereitstellung von Fachinformationen

Die Hospizidee - Für eine neue Kultur von Sterben und Leben

Vom lateinischen hospitium - Herberge - leitet sich der Name der modernen Hospizbewegung ab. Diese will Herberge sein für sterbenskranke Menschen. 95 Prozent der Bevölkerung äußern den Wunsch, zu Hause sterben zu wollen - tatsächlich sterben um die 70 Prozent in Institutionen des Gesundheitswesens wie Krankenhäusern und Pflegeheimen. Das will die Hospizbewegung ändern und so eine neue Kultur von Sterben und Leben fördern. Ziel ist: Das Leiden Sterbenskranker zu lindern, ihnen zu ermöglichen, in der vertrauten Umgebung zu bleiben und den Angehörigen beizustehen.
Hospizarbeit ist Sterbebegleitung durch befähigte ehrenamtliche Hospizhelferinnen und Hospizhelfer. Sie stehen gemeinsam mit Medizinern, Pflegekräften, Sozialarbeitern und Theologen sterbenskranken Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt zur Seite.

Die Schwerpunkte der Hospizarbeit

Psycho-soziale Begleitung. Sie umfasst emotionalen Beistand für die Sterbenden und ihre Angehörigen und hilft bei der Auseinandersetzung mit dem bevorstehenden Tod. Sie unterstützt alle Betroffenen bei der Bewältigung unerledigter Probleme.
Spiritueller Beistand. Er öffnet sich dem Bedürfnis von Sterbenden, Fragen nach dem Sinn von Leben, Tod und Sterben und dem Danach zu stellen. In der Auseinandersetzung mit diesen letzten Fragen soll niemand alleine bleiben müssen.
Verbesserung der Lebensqualität. Am Ende seines Lebens soll ein Mensch nicht unter unerträglichen Schmerzen leiden müssen. Ganzheitliche Leidenslinderung durch die modernen Verfahren der Palliativmedizin und Palliativpflege hat damit höchste Priorität für würdig gelebte letzte Tage. Palliative Versorgung ist daher Bestandteil einer umfassend verstandenen Hospizarbeit. Die Verbesserung der Lebensqualität erfolgt durch das multidisziplinäre Zusammenwirken von Pflegekräften, Angehörigen, Ärzten, Sozialarbeitern, Theologen und Hospizhelfern.

Die Stütze der Hospizbewegung - das Ehrenamt

Das Ehrenamt bildet bis heute den Kern der gesamten Hospizarbeit. Dem Engagement von Bürgern ist es zu verdanken, dass in den 80iger Jahren die ersten Hospizinitiativen in Deutschland entstanden. Ohne jeden gesetzlichen Auftrag und ohne finanziellen Rückhalt suchten Menschen nach Antworten auf den Leidensdruck der Sterbenskranken, die keine Fürsprecher hatten, um ihr Recht auf Linderung einzufordern und all zu oft von den Institutionen des Gesundheitswesens abgeschoben wurden.

Aus dieser Bürgerbewegung heraus hat die Hospizidee heute Eingang gefunden in:

 - ambulante Pflege  - Altenheime
 - Krankenhäuser  - stationäre Hospize
 - Palliativstationen  - Weiterbildung Pflege
 - Weiterbildung Medizin

Das ehrenamtliche Engagement wuchs stetig und mit ihm die Zahl der Hospizeinrichtungen in Deutschland. Der Bedarf an hospizlichen Angeboten ist in Deutschland aber bei weitem nicht gedeckt. Heute kommen auf 1 Million Einwohner in Deutschland erst 21 Palliativ- und Hospizbetten. Nach Berechnungen des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes (DHPV) liegt der tatsächliche Bedarf im stationären Bereich bei 50 Palliativ- und Hospizbetten pro 1 Million Einwohner.

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV)

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. wurde 1992 als Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz e.V., als gemeinnütziger Verein für die bundesweite Interessenvertretung der Hospizbewegung in Deutschland, gegründet. Gründungsmitglieder waren engagierte Ehrenamtliche sowie Vertreter bestehender örtlicher Hospizvereine und stationärer Hospize. 13 Personen aus allen Bundesländern, die ausschließlich ehrenamtlich tätig sind, bilden den Vorstand des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes (Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger, Sozialarbeiter, Leiter von stationären Hospizen und von Trauerkontaktstellen, Vorsitzende ambulanter Hospizdienste und Landesarbeitsgemeinschaften).
Mitglieder des DHPV sind ambulante Hospizdienste, teilstationäre und stationäre Hospize sowie Palliativstationen, dies zum größten Teil über die 16 Landesarbeitsgemeinschaften Hospiz bzw. Hospizverbände. Auch überregionale Organisationen wie die Deutsche Aidshilfe, die Internationale Gesellschaft für Sterbebegleitung und Lebensbeistand (IGSL-Hospiz), der Malteser Hilfsdienst und Omega - Mit dem Sterben leben e.V. sind Mitglieder des DHPV. Kooperiert wird u.a. mit der Deutschen Alzheimergesellschaft, dem Deutschen Pflegerat und der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin.

Vom DHPV erfasste Hospizeinrichtungen in Deutschland
 

Einrichtung  Gesamtzahl
Ambulante Hospizdienste:  1.450
Stationäre Hospize:  151
Palliativstationen:  139
Ehrenamtliche in der Hospizbewegung:  ca. 80.000

Der DHPV orientiert sich an den Ideen der in England und Kanada entstandenen Hospizbewegung sowie an den selbst erarbeiteten Leitsätzen für die Hospizarbeit. Schwerpunkte seiner Arbeit als Dachverband der angeschlossenen Hospizeinrichtungen sind:

  • inhaltliche und politische Weiterentwicklung und Verbreitung der Hospizidee

  • Wahrnehmung nationaler und internationaler Vertretungsaufgaben für ihre Mitglieder gegenüber Politik, Behörden und Verbänden

  • Förderung von Kooperation und Koordination der einzelnen Hospizinitiativen und Pflegeeinrichtungen für sterbende Menschen

  • Fortbildungs- und Öffentlichkeitsarbeit

  • Forschung in allen hospizrelevanten Themenbereichen

Umsetzung der Hospizidee in Gesetze

Durch die Veranstaltung von Fachtagungen und parlamentarischen Abenden sowie vielen Gesprächen mit Entscheidungsträgern im Gesundheitswesen konnte der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband seine bisher wichtigsten Ziele auf politischer Ebene erreichen:

1995
Gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe am Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung erarbeitete die BAG bundesweite Empfehlungen für Vorbereitungskurse von ehrenamtlichen Hospizhelfern.

1997
Implementierung des neuen § 39a SGB V als Rechtsgrundlage für die Bezuschussung von Aufenthalten in stationären Hospizeinrichtungen durch die gesetzlichen Krankenkassen. Dabei verpflichteten sich die stationären Hospize zu einer 10prozentigen Eigenleistung in Form von Spenden und zur Einbindung ehrenamtlicher Hospizhelfer.

2001
Verabschiedung des neuen Gesetzes zur Förderung ambulanter Hospizarbeit durch den neugeschaffenen Absatz 2 des § 39a im SGB V. Dieses zum 1.1.2002 in Kraft getretene Gesetz weist den gesetzlichen Krankenkassen die Bezuschussung ambulanter Hospizarbeit als Aufgabe zu.
Erstmalig wird durch dieses Gesetz für Sterbenskranke ein Netzwerk eingefordert, in dem palliative Medizin und palliative Pflege durch Professionelle sowie die psychosoziale Begleitung durch ausgebildete ehrenamtliche Hospizhelfer gemeinsam erfolgen.

Aktuelle Ziele des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes

  1. Einsatz für ein flächendeckendes Netzwerk von palliativmedizinischen, palliativ-pflegerischen und psycho-sozialen Angeboten.

  2. Anstoß einer breiten politischen Diskussion mit dem Ziel der Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität Sterbenskranker und gegen Forderungen nach Legalisierung aktiver Sterbehilfe, denn die Belastbarkeit des Grundgesetzes Artikel 1 "Die Würde des Menschen ist unantastbar" wird überprüfbar an der hospizlich-palliativen Haltung einer Gesellschaft, die Sterbenskranke lebensbejahend integriert und der dazugehörigen Trauer Raum gibt.

  3. Integration der Hospizidee als verbindliches Lernziel in Regelungen zur Aus-, Weiter- und Fortbildung aller relevanter Berufsgruppen, die mit Sterbenskranken befasst sind (Alten- und Krankenpflege, Medizin, Seelsorge).

  4. Unterstützung der Angehörigen Sterbenskranker durch gesetzlich garantierte arbeitsrechtliche Freistellungsansprüche zur Sterbebegleitung im Familienkreis.

  5. Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Hospiz.

  6. Entwicklung eines Handbuchs "Qualität in stationären Hospizen" (Fertigstellung Ende 2004)

  7. Anpassung der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung an die Erfordernisse von stationären Hospizen

Publikationen des DHPV Link zu: der hospiz verlag

Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz e.V. (Hg.):
MIT-GEFÜHLT.
Curriculum zur Begleitung Demenzkranker in ihrer letzten Lebensphase.

der hospiz verlag, Wuppertal 2004
ISBN 3 - 9 808 351 - 4 - 6
Preis: 23,90 EUR (zzgl. Versandkosten)
Das neue Curriculum zur Begleitung Demenzkranker in ihrer letzten Lebensphase wurde von der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz (e.V.), der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (e.V.), dem Institut für integrative Validation (IVA) und anderen Experten erarbeitet. Es dient Einführungs- und Ausbildungszwecken zum Thema der Demenz in der letzten Lebensphase und ihrer Begleitung. Seine Module, Materialien und 53 Folienvorlagen, die auch auf der dem Curriculum beigefügten Daten-CD zum Folienausdruck heruntergeladen werden können, sind verwendbar im Ausbildungsbereich von Hospizen, Altenpflegeheimen, Krankenhäusern und sonstigen themennahen Organisationen.
Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz e.V. (Hg.):
Gedichtband: Ilse Mohr, Randstöße auf schmalem Grat
der hospiz verlag, Wuppertal 2003
ISBN 3 - 9 808 351 - 3 - 8
Preis: 9,90 EUR (zzgl. Versandkosten)
Der Bundesverband der Hospize in Deutschland hat lange nach Gedichten gesucht, die den "guten" Umgang mit Tod und Sterben mitten im Leben wirklich ansprechen können. Die Suche war nicht einfach, denn zu schnell und zu oft stößt man hier auf bedrückend und/ oder schwer pastoral Gefasstes. Es sollten Gedichte vom Leben und vom Sterben gefunden werden, die der Erfahrung an den Grenzen des Lebens nachzugehen vermögen, dabei nachdenklich machen und zum Verweilen einladen, und dennoch nicht "ersticken" lassen. Die Erfahrungen, die die vielen - nach neuen statistischen Ergebnissen des Verbandes sind es in Deutschland mittlerweile um die 50.000 - Ehrenamtlichen machen, die in den Hospizen und Palliativeinrichtungen Menschen auf ihrem letzten Lebensweg begleiten, sind nicht mit Betulichkeit zu fassen. Sie sind vielfältig wie das Leben selbst.

Der Gedichtband "Randstöße auf schmalen Grat" vermag die Erfahrungen der Sterbens- und Lebensbegleitung in einer Weise zu formulieren, die viele überraschen wird. So als würde im Nachspüren seiner Gedichte, das Empfinden schwer, wenn das Leben schwer, und leicht, wenn das Leben leicht sich anfühlt. Ein wirklicher Wegbegleiter an den Rand- und Anstoß-Erfahrungen unseres Lebens. Im Angesicht eigenen Erlebens hat die Journalistin Ilse Mohr sich ungeschützt auf ihre Begegnung mit Sterben, Tod und Trauer eingelassen, sich der Bewältigung der intensiven Eindrücke gestellt und letztlich dadurch zurück ins Leben gefunden.

Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz e.V. (Hg.):
Patientenverfügungen - Fügen oder Verfügen?
(Schriftenreihe der BAG Band III)

der hospiz verlag, Wuppertal 2002
ISBN: 3-9 808 351-0-3
Preis: 11, 80 EUR (zzgl. Versandkosten)
Dieser Band dokumentiert eine hervorragend besetzte Fachtagung im Feld von Medizinethik und -recht am Lebensende. Er befasst sich mit allen ethischen und rechtlichen Fragen rund um die sog. "Patientenverfügung", die Betreuungs- als auch die Vorsorgevollmacht, den § 1904 BGB, die sog. "Bayrische Patientenverfügung", Stand der Rechtssprechung, etc. Die Dokumentation enthält eine Zusammenstellung der ethisch-rechtlichen Argumentationsansätze zu Handhabung und Verfassung von Verfügungsvollmachten am Lebensende. In ihr beziehen Mediziner, Ethiker und Juristen als auch rechtspolitische Ent-scheidungsträger auf Bundes- und Länderebene zum Thema Stellung und geben einen aktuell umfassenden Überblick über Initiativen und Vorhaben zur weiteren Konstituierung der Rechtsbewährung an dieser Schnittstelle zwischen Ethik und Recht. Zudem enthält die Dokumentation eine Handhabungsempfehlung zum Umgang mit "Patientenverfügungen" von Seiten der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz.
Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz e.V. (Hg.):
Palliativstationen und Hospize in Deutschland. Belastungserleben, Bewältigungspotenzial und Religiosität der Pflegenden
Prof. Dr. Harry Schröder/ Dr. Christina Schröder, Dr. Frank Förster/ Alexander Bänsch)
Schriftenreihe der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz, Bd. IV
der hospiz verlag, Wuppertal 2003
ISBN: 3 - 9 808 351 - 2 - X
Preis:11,60 EUR (zzgl. Versandkosten)
  • Eine psychologische Forschungsstudie der Universität Leipzig, die interessante Ergebnisse bei einem wissenschaftlichen Vergleich zwischen Palliativstationen und Hospizen zu Tage fördert.
  • Die Belastung und deren Bewältigung bei den Menschen, die in diesen Einrichtungen des Gesundheitswesens ihre wichtige Arbeit leisten, werden belegbar dargestellt und systematisch erforscht. Unzweifelhaft eine wirkliche Innenansicht!
  • Trauerbegleitung und Trauerforschung finden wichtige Anregungen für eine Selbstreflexion.
  • Ebenso wird deutlich, dass die Religiosität eine wichtige Qualität in der Begleitung Sterbender darstellen kann.

Gestaltung, Hosting: netXsystem GmbH.